Energiewende für Gauting – ein Thema, das mir am Herzen liegt. 
Denn Energiewende bedeutet Klimaschutz – und das ist auch Menschenschutz! Darüber habe ich mit Walter Huber von den Stadtwerken Bad Tölz und rund 60 Interessierten gesprochen.

Wie der Ist-Zustand aussieht: 

  • Die lokale Energiewende im Landkreis liegt deutlich hinter dem Plan. 
  • Kleine Erfolge gibt es beim Ausbau von Sonnen- und Windkraftwerken – denn immerhin gibt es Windräder im Landkreis! 
  • In punkto Einsparung von Energie gibt es hingegen kaum Erfolge zu vermelden. Das liegt unter anderem am Zuzug in den Landkreis und an der steigenden Anzahl größerer Autos. 

Wir müssen die Energiewende Gauting konsequent vorantreiben

Was ich anstrebe:

  • Die „Stromwende“ muss Priorität haben. Das heißt, die regenerative Erzeugung des Stromverbrauchs hier vor Ort. Ich bin überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen können. 
  • Ein starkes Stadtwerk (wie in Bad Tölz) kann wesentlich zur Energiewende beitragen, aber auch zum Gemeinwohl in unserer Gemeinde. 
  • Wir sollten alle Register ziehen, damit unser Regionalwerk Würmtal an Bedeutung gewinnt. Denn wir brauchen einen starken Energieprofi vor Ort.
  • Die Umstellung auf heimische Energieträger ist gut für die Umwelt und das beste regionale Wirtschaftsförderprogramm.
  • Rund 31 Millionen Euro geben wir in Gauting für Energie aus – pro Jahr. Derzeit fließt dieses Geld größtenteils in die Taschen von Energiekonzernen und Öl/Gas exportierende Länder. Daran müssen wir etwas ändern!

Energie-Ziele bis 2035 erreichen wir so nicht

Vor 15 Jahren wurde der Beschluss gefasst, dass der Landkreis Starnberg sich bis 2035 vollständig mit regional verfügbarer alternativer und erneuerbarer Energie versorgen soll. Landkreis und Gemeinden stehen hier in einer besonderen Verantwortung für die Sicherung der künftigen Energieversorgung, da die Versorgung der Bürger mit Strom ebenso wichtig ist, wie die Versorgung mit Wasser. Es sind damit Pflichtaufgaben der Gemeinde. 

Ich war von Anfang an dabei, als im Landkreis die Energieverbräuche ermittelt wurden, wie die Tonnage nachwachsender Rohstoffe zusammengezählt und die Anzahl möglicher Geothermieanlagen abgeschätzt wurde. Bereits seit 2005 ist klar, dass im Landkreis Starnberg viel mehr Energie verbraucht wird, als wir hier erneuerbar erzeugen können. Vor allem Heizung, Warmwasser und Verkehr benötigen ein Mehrfaches von dem, was Sonne, Wind und der Boden hier für Energie hergeben.

Mehr Menschen und größere Autos verhindern Energie-Einsparungen

Plan war es deshalb, pro Jahr ca. 3,5 Prozent unseres Energieverbrauchs einzusparen und Schritt für Schritt eigene Kraftwerke zu bauen. Erfolge gab und gibt es vor allem beim Ausbau der „Erneuerbaren“ zu vermelden. Was fehlt sind allerdings die Einsparungen. Ein Grund dafür ist, dass mittlerweile deutlich mehr Menschen im Landkreis leben, die in mehr Häusern wohnen und mehr – und leider auch größere – Autos fahren als 2005. Stellt sich nun also die Frage, ob es ein Fehler war, bei der regionalen Energiewende hauptsächlich auf Freiwilligkeit, Förderung und privates Engagement zu setzen. Und was könnte eine Verstärkung durch „Energie-Profis“ bringen? Darüber habe ich mit Walter Huber, Geschäftsführer der Stadtwerke Tölz, gesprochen. Er ist sich sicher: Mit erfahrenen Profis geht deutlich mehr! 

Stadtwerke gut für Umwelt, Arbeitsmarkt und Haushalt

Die Stadtwerke in Bad Tölz erzeugen laut Huber reichlich erneuerbare Energie, phasenweise sogar mehr als im Tölzer Netz benötigt wird. Die Stadtwerke tun der Gemeinde aber auch in anderen Bereichen gut: „Wir bieten über 70 Arbeitsplätze, tragen positiv zum Gemeindehaushalt bei, planen die Infrastruktur eng mit der Verwaltung und betreiben Einrichtungen wie Schwimmbad und Eisstadion, um nur einige Vorzüge zu nennen“, so Huber.

Aber auch im Oberland werden die selbst gesetzten Energiewende-Ziele nicht erreicht. Bei Automobilen und der Gebäudeheizung ist ein Ende des fossilen Zeitalters noch lang nicht in Sicht. „Dazu braucht es mehr“, sagt Huber. CO2-Vermeidung ist heute teuer, fossile Energie zu billig. Es braucht den großen, politisch richtig gesetzten Rahmen. 

Fazit: Wir müssen Weichen stellen für Energieprofi vor Ort

Das Fazit für uns in Gauting ist jedenfalls eindeutig: Wir müssen die Weichen stellen für  mehr Energie aus Sonne und Wind – in Zusammenarbeit mit unserem Energieprofi vor Ort. Unser Regionalwerk Würmtal ist wichtig für unser Gemeinwohl und für deutlich mehr Schwung bei der Energiewende.

Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen zum Thema Energiewende haben. Ich freue mich, von Ihnen zu hören!
Ihr Hans Wilhelm Knape
kontakt@hw-knape.de

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