Sechs Jahre Ortsentwicklung in Gauting, die nur als Verstädterung und beschleunigter Wachstumskurs bezeichnet werden kann, sind genug! Wir brauchen eine nachhaltige Ortsentwicklung für Gauting, die alle Aspekte berücksichtigt, um die es in einer Gemeinde geht. Im Fokus müssen dabei die Menschen stehen, die hier leben. 

Was ich anstrebe:

  • Ein vielfältiges, soziales Gauting, in dem es bezahlbaren Wohnraum für alle gibt.
  • Maßvolle Nachverdichtung der Wohnbebauung im Innenbereich mit planerischen Vorgaben, die das Wohl der Allgemeinheit und das der Investoren abwägt. 
  • Die Gemeinde, also die Bürger und ihre politischen Interessenvertreter, müssen die gesetzlich garantierte Planungshoheit zurückgewinnen!
  • Mein Ziel ist es, Gebiete zu schützen und deren Eigenheiten zu erhalten sowie ein Zentrum zu gestalten, in dem man sich wohlfühlt. 
  • Der konstruktive Dialog zwischen den politischen Gremien, den Baubehörden und den Bauherren muss zum Wohl Gautings gefördert werden.
  • Gemeinde-Grundstücke dürfen nicht verkauft werden, um die Kasse aufzubessern.
  • Außerdem brauchen wir eine transparente Bürgerbeteiligung in allen Planungsschritten.

Weiträumige Bauleitplanung für Gauting fehlt

Für die weitere bauliche Entwicklung des Gautinger Ortszentrums gibt es keine aktuelle weiträumige Bauleitplanung. Der Baulinienplan von 1952 und der Flächennutzungsplan von 1990 sind längst von der Realität überholt und damit nicht mehr bindend. Es existieren nur 4 kleine Bebauungspläne für Einzelbauvorhaben, bei denen  v. a. in den letzten Jahren Baurecht  entsprechend der Investoreninteressen maximiert wurde. 

Für den Ortskern gibt es nur eine einzige flächendeckend gültige Richtlinie: das Verbot von Spielhallen! Das heißt: Jeder, der im Ortszentrum bauen möchte, darf sich nach §34 BauGB in Höhe und Umfang an der umgebenden Bebauung orientieren, wenn seitens der Verwaltung keine vorausschauenden, großflächigen und verbindlichen Richtlinien vorliegen. 

Die Maximalbebauung muss endlich aufhören

Damit bekommen Bauwillige, die maximal hoch hinaus wollen, vor jedem Gericht recht. Maßstab ist in Gauting also z. B. das Hochhaus über dem Cafe VOR ORT, das Sontowski-Gebäude am Bahnhof und die Baderhof-Bebauung am Hauptplatz. Alles Bauten, die selbst von der durch das Rathaus beauftragten Stadtplanerin als städtebauliche oder gestalterische „Fehlentwicklungen“ bezeichnet werden. Damit wird klar, wie „hoch hinaus“ es an der Bahnhofstraße gehen kann, wenn sich die derzeitige Linie bei der Ortsentwicklung fortsetzt: durchgängig 5 Geschoße und fast 20 Meter Traufhöhe. 

Teilweise schon sehr bald zu erwartende Neubauten (Ersatz für unrentable kleinmaßstäbliche Altbauten) könnten in ähnliche Dimensionen gehen und höher. Ein Ort wie Gauting, mit Mehrheiten, die „hoch hinaus“ wollen und ohne ordnenden Planungsrahmen, um Auswüchse zu verhindern, ist ein gefundenes Fressen für Immobilieninvestoren. Und das, obwohl ISEK-Studie, Leitbild und viele Bürgerworkshops andere Empfehlungen und Wünsche abgeben, die aber rechtlich nicht bindend sind. 

Gemeinwohl vor Investorenwohl – dafür mache ich mich stark!

Mit einer flächendeckenden Bauleitplanung muss der Fehlentwicklung des Ortskerns sofort entgegengewirkt werden. Es braucht ein klares Bekenntnis zur geordneten und maßvollen städtebaulichen Entwicklung und ihrer konsequenten Umsetzung – und das sehr schnell, sonst erkennen wir in wenigen Jahren unseren Ort nicht mehr. Die Gemeinde, also die Bürger und ihre politischen Interessenvertreter müssen die gesetzlich garantierte Planungshoheit zurückgewinnen und Gemeinwohl vor Investorenwohl durchsetzen!

Ihr Hans Wilhelm Knape
kontakt@hw-knape.de

Add Your Comment